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Das Ganztagsförderungsgesetz – Infos und Lösungsansätze

22. November 2022

Cara Schwalbe

Ganztag | Grundschule

Klassenraum ausgestattet mit Fünfecktischen und Fußrastenstühlen von EinrichtWerk

Der gesetzliche Rahmen.

Am 21. Oktober 2021 ist das neue Ganztagsförderungsgesetz in Kraft getreten. Damit wird ein Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder im Sozialgesetzbuch VIII festgeschrieben. 

Der Anspruch besteht in 2026 zunächst für alle Erstklässler, bis 2029 kommt dann jeweils ein Jahrgang hinzu. Er umfasst eine Betreuung von acht Stunden täglich an fünf Werktagen pro Woche und mindestens 48 Wochen im Jahr. Der Anspruch kann durch Unterrichtszeit, Förderzeit, einer Tageseinrichtung oder das Angebot einer gebundenen oder offenen Ganztagsschule erfüllt werden. Die Definition der Träger, Ausstattungsmerkmale und Angebote werden dabei durch die jeweiligen Bundesländer selbst festgelegt. 

Die Möglichkeiten und Chancen der Ganztagsschule

werden auf Monitor-Lehrerbildung.de wie folgt zusammengefasst:

•  Individuelle Förderung und personalisiertes Lernen, d.h. die stärkere Berücksichtigung der Heterogenität der Schülerschaft, etwa in Bezug auf das Lerntempo und die Leistungsfähigkeit einzelner Schüler

•  Erweiterte Bildungsmöglichkeiten, d.h. die Ergänzung des Unterrichts durch außerunterrichtliche Bildungsangebote

•  Multiprofessionalität, d.h. die Kooperation verschiedener (pädagogischer) Professionen in der Schule, z.B. Sozialpädagogen, Schulpsychologen, Sozialarbeitern und Erziehern, wie auch die Kooperation mit den Eltern

•  Rhythmisierung des Schultags, z.B. der Wechsel von Anspannungs- und Entspannungsphasen

•  Räume zur Selbstgestaltung, d.h. der Einbezug der Schüler in die Gestaltung der Lernsettings

•  Partizipation, d.h. die Möglichkeit für Schüler aus sozial schwächeren Familien, an Sport- und kulturellen Angeboten teilzuhaben

•  Institutionelle Öffnung nach innen und außen und die Integration außerschulischer Lernorte, z.B. Museen, Betriebe, sowie die Kooperation mit außerschulischen Partnern, z.B. Verbänden, Vereinen oder der Kinder- und Jugendhilfe

•  Sozialer Erfahrungsraum, d.h. ein verstärkter Fokus auf soziales Lernen und Peer-Strukturen und

•  Demokratiebildung, also die Möglichkeit, etwa durch Mitgestaltung des Schullebens und im zivilgesellschaftlichen Austausch demokratische Werte zu erleben und Demokratie als Lebensform zu erfahren.

(Quelle: https://www.monitor-lehrkraeftebildung.de/wp-content/uploads/2022/11/Monitor-Lehrerbildung_Broschuere_Ganztag_Druck.pdf)

Lösungen zur Umsetzung

Bezüglich der räumlichen Anforderungen gibt es Lösungen, die sich schnell und ohne große Baumaßnahmen umsetzen lassen - zudem noch mit vergleichsweise geringem Budget:

Durch eine möglichst variable und flexible Ausstattung der Klassenräume lassen diese sich für die OGS mit nutzen. Das setzt aber auch voraus, dass sich die Schüler:innen in ihren Klassenräumen wohlfühlen, dass die Schule insgesamt zum Lebensraum wird, in dem man sich gerne aufhält.

Das Mobiliar im Klassenraum muss sich leicht und ohne großen Aufwand umstellen oder sogar ganz zur Seite räumen lassen. Ähnlich flexibel sollten aber auch andere Bereiche gestaltet sein. Flure, Nischen, Aula, Pausenhalle: all diese Bereiche können vielfältig genutzt werden - zum gemeinsamen Lernen, für Freizeitaktivitäten, als Rückzugsorte…

Es ist nicht mehr der Frontalunterricht, der die Maßstäbe für Möblierungskonzepte setzt. Vielmehr muss sich die Raumgestaltung an dem Handlungsbedürfnis und der Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler orientieren. Eine vorausschauende Planung und Lösungsgestaltung minimiert oder vermeidet im besten Fall Kosten für Umbau oder gar Neubau.

Hilfe bei der Planung

Wie sich die Klassenräume zu modernen, variablen Lernlandschaften umwandeln lassen, zeigen wir Ihnen gerne. Wir helfen bei der Planung (auch mit 3D Darstellungen) und bemustern Ihnen unsere Möbeln völlig unverbindlich. Fragen Sie uns einfach.


Nachfolgend einige interessante Links zu weiteren Informationen über das Thema Ganztagsförderung:

Das Schulministerium NRW hat die Ausgangslage, die Ziele, die Herausforderungen und die Erfolgskriterien für die Umsetzung einer erfolgreichen OGS zusammengefasst. Die detaillierte PDF dazu ist unter diesem Link zu finden:
Empfehlungen_Ganztag_110512 (schulministerium.nrw).

Mit dem Projekt Qualitätsoffensive Ganztag begleitet die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft Offene Ganztagsgrundschulen (OGS) im Aufbau inklusiver ganztägiger Bildungsstrukturen.
https://www.montag-stiftungen.de/handlungsfelder/inklusive-ganztaegige-bildung/qualitaetsoffensive-ganztag

Für weitere Informationen und Anregungen empfehlen wir die Broschürenreihe „Der GanzTag in NRW – Beiträge zur Qualitätsentwicklung“ der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ NRW vom Institut für soziale Arbeit e.V, Münster.
Broschüren - GanzTag in NRW - GanzTag NRW (ganztag-nrw.de)

Zur Förderung der Ganztagsbetreuung in NRW:
https://www.bra.nrw.de/bildung-schule/finanzielle-foerderung/finanzielle-foerderung-der-offenen-ganztagsschule-im-primarbereich



22. November 2022


Cara Schwalbe

Ganztag | Grundschule
Klassenraum ausgestattet mit Fünfecktischen und Fußrastenstühlen von EinrichtWerk

Der gesetzliche Rahmen.

Am 21. Oktober 2021 ist das neue Ganztagsförderungsgesetz in Kraft getreten. Damit wird ein Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder im Sozialgesetzbuch VIII festgeschrieben. 

Der Anspruch besteht in 2026 zunächst für alle Erstklässler, bis 2029 kommt dann jeweils ein Jahrgang hinzu. Er umfasst eine Betreuung von acht Stunden täglich an fünf Werktagen pro Woche und mindestens 48 Wochen im Jahr. Der Anspruch kann durch Unterrichtszeit, Förderzeit, einer Tageseinrichtung oder das Angebot einer gebundenen oder offenen Ganztagsschule erfüllt werden. Die Definition der Träger, Ausstattungsmerkmale und Angebote werden dabei durch die jeweiligen Bundesländer selbst festgelegt. 

Die Möglichkeiten und Chancen der Ganztagsschule

werden auf Monitor-Lehrerbildung.de wie folgt zusammengefasst:

•  Individuelle Förderung und personalisiertes Lernen, d.h. die stärkere Berücksichtigung der Heterogenität der Schülerschaft, etwa in Bezug auf das Lerntempo und die Leistungsfähigkeit einzelner Schüler

•  Erweiterte Bildungsmöglichkeiten, d.h. die Ergänzung des Unterrichts durch außerunterrichtliche Bildungsangebote

•  Multiprofessionalität, d.h. die Kooperation verschiedener (pädagogischer) Professionen in der Schule, z.B. Sozialpädagogen, Schulpsychologen, Sozialarbeitern und Erziehern, wie auch die Kooperation mit den Eltern

•  Rhythmisierung des Schultags, z.B. der Wechsel von Anspannungs- und Entspannungsphasen

•  Räume zur Selbstgestaltung, d.h. der Einbezug der Schüler in die Gestaltung der Lernsettings

•  Partizipation, d.h. die Möglichkeit für Schüler aus sozial schwächeren Familien, an Sport- und kulturellen Angeboten teilzuhaben

•  Institutionelle Öffnung nach innen und außen und die Integration außerschulischer Lernorte, z.B. Museen, Betriebe, sowie die Kooperation mit außerschulischen Partnern, z.B. Verbänden, Vereinen oder der Kinder- und Jugendhilfe

•  Sozialer Erfahrungsraum, d.h. ein verstärkter Fokus auf soziales Lernen und Peer-Strukturen und

•  Demokratiebildung, also die Möglichkeit, etwa durch Mitgestaltung des Schullebens und im zivilgesellschaftlichen Austausch demokratische Werte zu erleben und Demokratie als Lebensform zu erfahren.

(Quelle: https://www.monitor-lehrkraeftebildung.de/wp-content/uploads/2022/11/Monitor-Lehrerbildung_Broschuere_Ganztag_Druck.pdf)

Lösungen zur Umsetzung

Bezüglich der räumlichen Anforderungen gibt es Lösungen, die sich schnell und ohne große Baumaßnahmen umsetzen lassen - zudem noch mit vergleichsweise geringem Budget:

Durch eine möglichst variable und flexible Ausstattung der Klassenräume lassen diese sich für die OGS mit nutzen. Das setzt aber auch voraus, dass sich die Schüler:innen in ihren Klassenräumen wohlfühlen, dass die Schule insgesamt zum Lebensraum wird, in dem man sich gerne aufhält.

Das Mobiliar im Klassenraum muss sich leicht und ohne großen Aufwand umstellen oder sogar ganz zur Seite räumen lassen. Ähnlich flexibel sollten aber auch andere Bereiche gestaltet sein. Flure, Nischen, Aula, Pausenhalle: all diese Bereiche können vielfältig genutzt werden - zum gemeinsamen Lernen, für Freizeitaktivitäten, als Rückzugsorte…

Es ist nicht mehr der Frontalunterricht, der die Maßstäbe für Möblierungskonzepte setzt. Vielmehr muss sich die Raumgestaltung an dem Handlungsbedürfnis und der Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler orientieren. Eine vorausschauende Planung und Lösungsgestaltung minimiert oder vermeidet im besten Fall Kosten für Umbau oder gar Neubau.

Hilfe bei der Planung

Wie sich die Klassenräume zu modernen, variablen Lernlandschaften umwandeln lassen, zeigen wir Ihnen gerne. Wir helfen bei der Planung (auch mit 3D Darstellungen) und bemustern Ihnen unsere Möbeln völlig unverbindlich. Fragen Sie uns einfach.


Nachfolgend einige interessante Links zu weiteren Informationen über das Thema Ganztagsförderung:

Das Schulministerium NRW hat die Ausgangslage, die Ziele, die Herausforderungen und die Erfolgskriterien für die Umsetzung einer erfolgreichen OGS zusammengefasst. Die detaillierte PDF dazu ist unter diesem Link zu finden:
Empfehlungen_Ganztag_110512 (schulministerium.nrw).

Mit dem Projekt Qualitätsoffensive Ganztag begleitet die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft Offene Ganztagsgrundschulen (OGS) im Aufbau inklusiver ganztägiger Bildungsstrukturen.
https://www.montag-stiftungen.de/handlungsfelder/inklusive-ganztaegige-bildung/qualitaetsoffensive-ganztag

Für weitere Informationen und Anregungen empfehlen wir die Broschürenreihe „Der GanzTag in NRW – Beiträge zur Qualitätsentwicklung“ der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ NRW vom Institut für soziale Arbeit e.V, Münster.
Broschüren - GanzTag in NRW - GanzTag NRW (ganztag-nrw.de)

Zur Förderung der Ganztagsbetreuung in NRW:
https://www.bra.nrw.de/bildung-schule/finanzielle-foerderung/finanzielle-foerderung-der-offenen-ganztagsschule-im-primarbereich



3 Faktoren, auf die es ankommt


1. Multifunktionale Räume und Möbel

Besonders in Bestandsgebäuden spielt die Mehrfachnutzung eine Schlüsselrolle. Flexible Möbel ermöglichen es Lehrkräften, Lernsettings schnell zu verändern – vom Frontalunterricht zur Kleingruppenarbeit, vom Lernraum zum Spielbereich.

Ausschlaggebend ist dabei nicht eine maximale Ausstattung, sondern bewusste Reduktion auf das Wesentliche. Ein Klassenraum kann mehrere Funktionen übernehmen, wenn er nicht dauerhaft für eine einzige Nutzung festgeschrieben ist – und macht zusätzliche Räume damit oft überflüssig.



2. Rückzugs- und Differenzierungsorte

Je länger der Schultag dauert, desto wichtiger werden Räume, in denen Kinder zur Ruhe kommen können. Rückzugsräume sind kein Luxus, sondern eine pädagogische Notwendigkeit – besonders für jüngere und neurodiverse Kinder, die Stressregulation und Selbststeuerung aktiv üben müssen.

Solche Orte müssen nicht groß sein: Nischen, abgetrennte Bereiche im Klassenraum oder bewusst gestaltete Zonen in Fluren reichen oft aus. Entscheidend ist, dass sie verlässlich nutzbar sind und nicht ständig umfunktioniert werden.



3. Aufenthaltsqualität – drinnen und draußen

Aufenthaltsqualität entsteht nicht durch aufwendige Ausstattung, sondern durch bewusste Gestaltung: Licht, Akustik, übersichtliche Räume und klare Zonen für Aktivität und Ruhe beeinflussen, ob Kinder eine Schule als einladend wahrnehmen.

Schulhöfe, Freiflächen und außerschulische Lernorte wie Bibliotheken oder Sportstätten können den Ganztag sinnvoll erweitern – wenn Schulen Innen- und Außenräume zusammendenken. Gute Ganztagsräume müssen nicht neu gebaut werden. Die Qualität entscheidet sich weniger an Quadratmetern als an Haltung, Planung und Gestaltung.


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